Einsamkeit kann uns auf Dauer krank machen. Gerade wenn die Tage kürzer und dunkler sind und Kontakte abnehmen, steigt das Risiko für Einsamkeit – bei Erwachsenen und Kindern. Viele Eltern verbringen weniger Zeit im sozialen Austausch, weil Arbeit, Dunkelheit und Wetter Wege und Begegnungen erschweren. In Kitas fällt auf, dass Kinder zurückhaltender, lauter oder anhänglicher werden können, wenn ihre Bezugspersonen belastet sind.
Einsamkeit entsteht oft leise
Nicht alle, die sich allein fühlen, sprechen darüber. Auch wer von außen integriert wirkt, kann sich innerlich isoliert fühlen. Besonders Alleinerziehende, Zugezogene oder Familien ohne nahes soziales Netz sind betroffen. Fachkräfte erleben im Winter häufiger Rückzug, Gereiztheit oder verändertes Verhalten bei Kindern.
Gemeinschaft muss nicht groß sein
Kleine Begegnungen haben große Wirkung: kurze Gespräche im Flur, geteilte Wege, Elternkontakte oder Rituale in der Gruppe. Auch Kinder profitieren, wenn sie feste Bezugspersonen und verlässliche Abläufe erleben. Der Austausch muss nicht lang sein, sondern leicht möglich.
Einrichtungen als Brückenbauer
Kitas können Kontaktflächen schaffen, ohne Mehrarbeit zu erzeugen. Elterncafés, kleine Aushänge oder gemeinsame Aktionen stärken Zugehörigkeit – auch wenn nur wenige teilnehmen.
Kleine Ideen für den Alltag:
- Eltern beim Bringen oder Abholen bewusst ansprechen – gerne auch untereinander
- Sitzkreise mit „Heute geht es mir so …“ einbauen
- Tandems oder Patenschaften zwischen Kindern fördern
- Einmal wöchentlich Gesprächsimpuls im Team: „Wen sehe ich gerade kaum?“
- Wöchentliche Spiel- oder Sportgruppen
- Aushang mit lokalen Treffpunkten oder Beratungsangeboten bereitstellen